Ein größerer Adressraum

IPv4-Adressen sind 32 Bit lang und werden meist als vier Dezimalzahlen dargestellt. IPv6 verwendet 128 Bit sowie Hexadezimalzeichen mit Doppelpunkten. Dadurch stehen erheblich mehr Adressen zur Verfügung. Die Adressen 192.0.2.10 und 2001:db8::10 sind ausdrücklich Dokumentationsbeispiele. Bei IPv6 lassen sich bestimmte Nullfolgen abkürzen, weshalb verschiedene Schreibweisen dieselbe Adresse beschreiben können.

Der IPv4-Adressvorrat ist begrenzt. Mit dem Wachstum der angeschlossenen Netze steigt der Druck auf die Vergabe. IPv6 schafft Platz für weitere Entwicklung.

Beide Versionen können zusammenarbeiten

Nicht alle Geräte und Netze wurden gleichzeitig umgestellt. Bei Dual Stack stehen IPv4 und IPv6 nebeneinander zur Verfügung. Ein Domainname kann Adressen beider Typen liefern; die Verbindungssoftware wählt je nach Verfahren und Netzbedingungen einen geeigneten Weg. Daneben existieren Übergangsmechanismen. Dass ein Server IPv6 unterstützt, genügt allein nicht: Auch der übrige Pfad muss eine Verbindung ermöglichen.

Warum erscheint IPv6 ohne manuelle Einrichtung?

Bietet das Zugangsnetz IPv6 und unterstützt es der Router, kann das Betriebssystem Adressen automatisch einrichten. Beispielsweise kündigt der Router ein Netzpräfix an, aus dem das Gerät eine Adresse bildet; manche Netze nutzen zusätzlich DHCPv6. Ein neuer Router, ein anderer Anschluss oder geänderte Netzeinstellungen können IPv6 sichtbar machen. Das allein weist nicht auf einen Fehler hin.

Der Gültigkeitsbereich ist wichtig: Eine link-lokale Adresse in den Geräteeinstellungen gilt nur auf dem lokalen Link und beweist keine öffentliche IPv6-Verbindung. Beobachtet eine Website IPv6, betrifft das diese Verbindung und nicht automatisch alle Anwendungen.

Keine Version ist immer schneller

Antwortzeiten hängen von Netzwegen, Auslastung, Serverstandort und Verbindungsqualität ab. Zu einem Ziel kann IPv6 günstiger sein, zu einem anderen IPv4. Eine einzelne langsame Verbindung oder ein Fehler sagt wenig über das gesamte Protokoll aus. Sinnvolle Vergleiche betrachten dasselbe Ziel unter ähnlichen Bedingungen und wiederholen die Beobachtung, statt unterschiedliche Serverstandorte miteinander zu vermischen.

Wenn keine IPv6-Verbindung sichtbar ist

Der Anschluss, der Router oder das Gerät kann IPv6 nicht aktiviert haben. Ebenso kommen vorübergehende Probleme auf einem Netzweg oder beim Ziel infrage. Nutzt eine Anwendung IPv4, beweist das nicht, dass das gesamte Netz IPv6 grundsätzlich nicht unterstützt. Für eine Einordnung helfen die Netzwerkinformationen des Geräts, die Routeranzeige und die Leistungsbeschreibung des Anbieters. Ein Protokoll nur wegen einer kürzeren Adressanzeige abzuschalten, ist keine sinnvolle allgemeine Regel.

Mehrere IPv6-Adressen an einem Gerät

Neben relativ stabilen Adressen kann eine Schnittstelle temporäre Adressen für ausgehende Verbindungen besitzen. Diese wechseln nach ihrer Lebensdauer; ältere Adressen können bestehende Verbindungen weiter bedienen. Das allein zeigt weder einen Fehler noch einen Netzwechsel. Temporäre Kennungen erschweren bestimmte Verknüpfungen, verhindern aber nicht jede Form der Nachverfolgung.

Weiterführende Quellen